Das denkmalgeschützte Miethaus, Prinzenstraße 39 am Moritzplatz, besteht aus 5 Mietwohnungen und einem Gewerbe im Parterre. Wir Mieter*innen kennen uns, und die Hälfte von uns wohnt seit über 10 Jahren hier.

Im November 2014 wurde das Haus an einen Zahnarzt verkauft. Seit 2015 erhielten wir Bewohner*innen wiederholt Mieterhöhungen, die fast alle ablehnen konnten, da sich die Höhe unserer Mieten innerhalb des Mietspiegels bewegten. Zum selben Zeitpunkt erhielten wir fehlerhafte, sehr überhöhte Neben- und Betriebskosten- Abrechnungen. Dies führte dazu u.a. dazu, dass eine Mietpartei, ein älteres Ehepaar mit Migrationshintergrund ausziehen musste.

Anschließend renovierte der Hauseigentümer deren Wohnung und vermietet sie für den doppelten Betrag.

Anfang 2017 wurde den Mietenden mit alten Mietverträgen eine Modernisierung der Bäder angekündigt. Wir Mieter*innen konnten dies abwenden, da es sich hauptsächlich um Instandhaltungs-Maßnahmen gehandelt hätte.

Daraufhin vereinbarte der Hauseigentümer einen Termin für eine Wohnungsbesichtigung, um die Abwasserrohre zu kontrollieren - angeblich gab es einen Wasserschaden eine Etage tiefer. Bei diesem Besuch zog der Hauseigentümer ein Tampon aus einem vergitterten Badewannenabfluss und unterstellte, so den Wasserschaden so verursacht zu haben. Die hinzugezogene Gutachterin der Privathaftpflichtversicherung, teilte mit, dass dies gängige Praxis von Vermieter*innen sei, weil Binden und Tampons Frauen häufig peinlich seien und der Schaden somit oft kommentarlos akzeptiert wird. Die Absurdität dieses Vorwurfs führte zu lächerlichem Briefverkehr über Tampons und deren Benutzung zwischen dem Mieterschutz-Anwalt und dem Hauseigentümer.

Nicht lange später kam der Hauseigentümer mit Arbeitern und zerstörte in einer Wohnung den Badezimmerboden sowie den Dusch- und Badwannenabfluss (1qm großes und 40 cm tiefes Loch). Eine dürftige Reparatur fand erst 3 Monate später statt.

Dieses Vorgehen war für die Hausgemeinschaft nur der Anfang von mittlerweile fast 4 Jahren gefühlter Schikane und Stress. Es folgten Kündigungen; Mieter*innen wurden verklagt; ein Dachausbau mit starkem Lärm und regelmäßigen Wassereinbrüchen beeinträchtigte den Alltag; Verwahrlosung und Verschmutzung des Hauses folgten; Werbeplanen, die alle Wohnungen verdunkelten und nachts erhellten schlossen sich an; extrem hohe und falsch berechnete Neben- und Betriebskostenabrechnungen erreichten die Mietenden; es gab persönliche Angriffe.

Es verfestigt sich weiter der Eindruck, dass uns Mietenden durch den Hauseigentümer sarkastisch und gezielt Schaden zugefügt und dies permanent weiter versucht wird. Dieses Verhalten ist erschreckend und bestürzt uns sehr. Es gibt Zeiten, in denen wir abends Angst haben nach Hause zu kommen, da erneut Aggressionen und Schikanen erwartet werden.

Alle Bewohner*innen im Haus sind freundlich, kommunikativ, pflichtbewusst und kümmern sich gut um die Wohnungen und auch um das Haus. Wir bemühen uns weiter, ein respektvolles Verhältnis mit dem Hauseigentümer zu pflegen. Es gibt keine Mietschulden und wegen kleinen Defekten bestand nie Jemand auf Mietminderung.

Wir Mieter*innen können uns nicht mehr daran erinnern, wie es sich anfühlt, friedlich und entspannt zu wohnen – ein Zuhause zu haben.